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Ich habe es endlich verstanden. Mir ist so vieles klar geworden. Danke Albert, danke euch, die ihr seiner gedacht habt. Anlässlich des 50. Todestages Einsteins und des 100. Geburtstages seiner Relativitätstheorie gab es Feiern, Lichtstrahlen rund um den Globus und was nicht noch alles. Und es gab eine Radiosendung, in der ein Wissenschaftler versuchte, die Relativitätstheorie einfach zu erklären (bisher habe ich mir das so einfach vorgestellt wie die Quadratur des Kreises). Diese Erklärung lautete sinngemäß: Zeit ist nicht absolut, sondern relativ. Sie vergeht für jeden von uns unterschiedlich schnell. Die einzige Konstante ist die Lichtgeschwindigkeit. Und wenn nun jemand eine Flugzeugreise macht, vergeht für ihn/sie die Zeit ein bisschen langsamer als für jemanden, der/die zu Hause bleibt. Nur merken wir es nicht, weil der Unterschied zwischen unserer Geschwindigkeit und der Lichtgeschwindigkeit so groß ist. Aber Fakt ist: Wer eine Flugzeugreise macht, altert ein bisschen langsamer. Das ist des Rätsels Lösung! Seit Jahren grüble ich darüber nach, warum die Lebenserwartung der Menschheit steigt; warum sie in manchen Teilen der Welt mehr steigt; ob das wirklich nur der Medizin, dem Lebensstandard, der Entwicklungsstufe zuzuschreiben ist. Jetzt ist mir dank Einstein klar: unsere Mobilität ist schuld! Denn wer sich bewegt, altert langsamer. Wer sich schneller bewegt, altert noch langsamer. Also wenn ich jetzt die Zeiten zusammenrechne, die ich schon in Auto, Zügen und Flugzeugen verbracht habe – kein Wunder, dass ich viel jünger bin als jemand aus dem tibetanischen Hochland, dessen schnellste Fortbewegung bisher ein Ritt auf einem Yak war. Hey – Porsche fahren hält jung; man muss nur oft genug und möglichst schnell unterwegs sein. Ungeahnte Möglichkeiten verbergen sich auch in der Urlaubsplanung. Vergiss die Nahziele – Fernreisen halten zusätzlich noch frisch. Jedes Jahr in die Karibik statt an’s Mittelmeer und wer weiß, wie viele Minuten Altern man sich erspart. Sozusagen Wellness während des Langstreckenflugs, und das ohne Aufpreis. Eigentlich schade, dass die Concorde nicht mehr fliegt. Und schade auch, dass der Stress beim Autofahren, beim endlosen Warten auf dem Flughafen, bei der Bar im karibischen all-inclusive-Club die Tausendstel-Sekunden wieder auffrisst. Bei jedem Flug erspare ich mir ein Quäntchen Zeit, das ich vorher und nachher dreifach wieder ausgebe - während der Tibetaner immer noch gemächlich auf seinem Yak reitet. Und schade, dass ich wahrscheinlich wieder einmal diese ganze Theorie falsch verstanden habe. |