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Vielleicht ist es eine typisch österreichische Erscheinung, vielleicht aber doch auch nicht. Denn auch bei unseren Nachbarn - besonders den östlichen - kann man dieses Phänomen beobachten. Worum es geht? Um die Wahl, die Auswahl, oder besser, um die Entscheidung, je nachdem wie groß das Angebot ist. Stehen nur zwei zur Auswahl, tendieren doch die meisten dazu, sich für rechts zu entscheiden. So ist man's gewohnt, dort gehört man ja auch schließlich schon immer hin. Nur wenn zu wenig weiter geht, wechselt man nach links, aber meist nur kurz. Bis auf einige Individualisten oder solche, die glauben, dort schneller zum Ziel zu kommen. Stehen aber drei zur Auswahl, dann fällt es dem Großteil der Österreicherinnen und Österreicher offensichtlich schwer, klar Stellung zu beziehen. Und daher entscheiden sich die meisten für die Mitte. Nicht rechts, dort geht alles zu langsam, nicht zu weit links, dort geht's oft zu schnell. Nein, in der Mitte fühlt man sich wohl. Dort kann man in Ruhe seinen Weg verfolgen, egal was links oder rechts passiert. Und erst bei einem Angebot von vier! Da wird die richtige Entscheidung schwer. Knapp rechts von der Mitte? Oder doch lieber knapp links? Jedenfalls nicht ganz rechts. Da deklariert man sich ja wohl zu deutlich. Sie meinen, hier sei von der Politik die Rede? Weit gefehlt! Wir betrachten nur ein alltägliches Spiel auf unseren Autobahnen. Bei zwei Spuren läuft alles meist so, wie bei Rechtsfahrordnung vorgesehen. Bei drei Spuren wird es schon spannender. Die erste Spur ist ja schließlich nur für LKW und andere Schleicher - selbst wenn weit und breit keine zu sehen sind. Die erste Spur an einem Sonntag nachmittag, wenn keine LKW fahren, ist seltsam leer. Besonders spannend zu beobachten sind die Übergänge von zwei auf drei Spuren. Herr oder Frau Österreicher fährt brav in der rechten Fahrspur. Doch kaum gesellt sich links eine dritte Spur dazu: Blinker links, in die Mitte gewechselt. Nicht, weil man vielleicht überholen wollte, nein, die erste Spur ist meilenweit frei. Nur so, sicherheitshalber. Und dort bleibt man auch, auch wenn da vielleicht ein Schnellerer kommt und gerne vorbei möchte, aber nicht kann, weil ein noch Schnellerer gerade in Spur Nummer Drei überholt. Und bei vier Spuren fällt die Entscheidung zwischen Zwei und Drei oft schwer. Eins ist jedenfalls auch da nur für ganz Langsame, auch wenn gar keine da sind. Eins steht jedenfalls fest: Der LKW-Verkehr zahlt noch viel zu wenig in den großen Straßenbau-Topf. Denn diese Fahrspuren ganz rechts werden exklusiv für ihn gebaut. Wir Normalauto-FahrerInnen brauchen sie nicht. Uns reichen die anderen Spuren. |